30 Jahre Tischtennis im TuS Hiltrup
Am 1. Juli 2011 war für die Tischtennis-Sparte des TuS Hiltrup der Termin ein großes Jubiläum. 30 Jahre sind also schon vergangen seit der Neuordnung des Hiltruper Tischtennis-Sports. Was war da eigentlich vorgegangen ?
Ende April 1981 wurde es von den verbliebenen Mitgliedern beschlossen: Mit Wirkung vom 1. Juli 1981 würde sich der eigenständige Tischtennis-Club TTC Blau-Gold Hiltrup (1955 von 30 Mitgliedern, darunter die bis zum Schluss aktive Marlene Münsterkötter) dem damals rund 3000 Mitglieder starken TuS Hiltrup anschließen. Auf Seiten des TTC Blau-Gold bereitete die damalige Vorsitzende Monika Badde diesen Akt vor, auf Seiten des TuS Hiltrup Walter Scheper und Albrecht Vietze. Am 19. Mai 1981 war alles endgültig klar: Der kleine TTC Blau-Gold war Geschichte, der TuS Hiltrup 51 Jahre nach seiner Gründung um eine Tischtennis-Sparte reicher.
Vorausgegangen war im Winter 1980/81 die Disqualifikation der 1. Herrenmannschaft, die dreimal nicht angetreten war und somit in die 3. Kreisklasse zurück musste. Die Spieler zogen sich zurück, übrig war eine einzige nur vier Spieler umfassende blutjunge 2. Herrenmannschaft. Außerdem gab es noch eine Damenmannschaft und drei Nachwuchsteams. Damals bestand die Sparte also fast nur aus der Jugend, die bis heute der Motor für den Tischtennissport im TuS Hiltrup darstellt. Im Sommer zuvor hatte der Autor dieses Artikels anlässlich einer Vereinsversammlung die Jugendarbeit von Klaus Pietruschka übernommen – ohne damals zu ahnen, was sich daraus entwickeln würde. Der gleichaltrige Werner Elshof unterstützte den unerfahrenen Ralf Brameier, viele Jahre hindurch bildeten die beiden das Rückgrat der TuS-Tischtennis-Jugendarbeit.
Training und Punktspiele mussten in der Gymnastikhalle Hiltrup-Mitte abgewickelt werden – heute unvorstellbar. Vier Tische waren aufgebaut, wenn montags abends die Damen ihre Punktspiele austrugen. Platz war da äußerst wenig. Die Tische waren mehr als altertümlich: Die Tische bestanden aus Metallständern, auf die an vier Stellen eine passende Holzplatte „aufgesteckt“ werden musste. Dazu musste man aber unter den Tisch krabbeln und die Metallständer genau in die Löcher einführen. In der 3. Kreisklasse der Herren wurde noch mit Vierermannschaften gespielt – interessant, dass dies 2007 wieder eingeführt wurde. Das Spielsystem bei Damen, Herren und dem Nachwuchs war auch ein anderes, der Ball noch klein, die Sätze wurden bis 21 gespielt. Frischkleben war noch nicht angedacht. Bis heute war Kontinuität in der Vereinsarbeit das herausstechende Merkmal beim TuS-Tischtennis. Was Nörgler oft als langweilig kritisieren, hat sich über all die Jahre hinweg als erfolgreich erwiesen.
Nur wenige Spartenleiter hat es in all den Jahren gegeben. Monika Badde leitete die Geschicke zunächst auch nach dem Übertritt zum TuS Hiltrup, ihr folgten kurzzeitig Wolfgang Dickner, dann zehn Jahre lang Herbert Schoen, der leider viel zu früh verstorbene Bernd Stecken und bis heute Bernhard Krüger.
Gab es mit Tom Brinkmann und Thomas Klein anfangs eher kurzzeitig tätige Trainer, ist schon seit mehr als 20 Jahren Manni Malta der die sportliche Entwicklung antreibende Trainer, der ganze Generationen von Spielern hoch gebracht und dem Verein seit den 90er Jahren zu besonderen Ehren verholfen hat. Als Übungsleiter noch viel länger „im Dienst“ war Christian Herb, der mit seinen Geschwistern Cornelia und Andreas als Schüler 1982/83 beim TuS mit dem Tischtennis anfing und unzählige Trainingseinheiten geduldig und zielstrebig durchgeführt hat. Nach der Geburt seiner Tochter legt Christian Herb eine „Trainerpause“ ein.
Ähnlich sieht es in der Jugendarbeit aus. Nach Werner Elshof waren es zunächst Gerd Fromm und Frank Pelster, die bei der Organisation und Betreuung im Nachwuchsbereich mithalfen, es folgten 10 Jahre Manfred Thier, bis im Frühjahr 2006 mit Daniel Günnewig, Kai Nierste und Steffen Overkämping erstmals ein Jugendausschuss gebildet wurde. Nachdem die drei mittlerweile voll im Beruf stehen, ist es heute ein dreiköpfiger Jugendausschuss mit Manfred Thier, Michael Milde und Oliver Petri, der sich liebevoll um den Nachwuchs kümmert.
Ende der 90er Jahre unter dem Vorsitzenden Bernd Stecken war es eine wahre Aufstiegsflut, die den TuS in die oberen Tischtennisklassen spülte. Bis zu 23 Mannschaften nahmen am Spielbetrieb teil, die Damen spielten gar in der Regionalliga, die Herren stiegen in die Oberliga auf. Das alles in den berühmt-berüchtigten gelben Trikots, die seinerzeit in schwierigen Findungsverhandlungen vieler Spielerinnen und Spieler quasi als „Protestfarbe“ ausgesucht wurden. Jahrelang eilte die „gelbe Gefahr“ von Sieg zu Sieg. Es war die erfolgreichste Zeit im TuS-Tischtennis, aber auch eine, die die TuS-Tischtennis-Sparte räumlich und personell an ihre Grenzen führte.
Nach einer Konsolidierung zu Beginn des neuen Jahrtausends kehrte der Tischtennis-TuS zurück zu diesen „goldenen Zeiten“. Im Sommer 2008 galt es, den Aufstieg der 1.-4. sowie der 6. Herrenmannschaft und dazu noch die der 2. Damen- und 1. Jugendmannschaft zu feiern – 2007/2008 war erneut eine großartige Saison.
In den folgenden Jahren setzte sich das fort. Im Frühjahr kehrten die 1. Damenmannschaft nach zehn Jahren in die Regionalliga und die 1. Jugendmannschaft nach sieben Jahren in die Verbandsliga zurück – ein Quantensprung für den Tischtennis-TuS. Die jungen Lisa Li und Antonia Rewer belegten im Herbst 2011 bei der WTTV-Endrangliste die Plätze zwei und drei und erreichten damit das beste Ergebnis in 30 Jahren TuS-Tischtennis bei diesem Wettbewerb. Ein dritter Platz bei den Deutschen Pokalmeisterschaften für untere Spielklassen war das Glanzlicht der Kreisliga-Damen, die neben den zuvor genannten Teams 2011 ebenso wie die 8. Herrenmannschaft und 3. Jugendmannschaft den Sprung in die nächsthöhere Spielklasse geschafft haben.
Zudem ist der TuS Hiltrup 2011/2012 mit inzwischen 26 Mannschaften zum zweiten Mal in Folge bei mehr als 1300 Klubs größter Tischtennisverein in ganz NRW. Dass die Hälfte der Teams Nachwuchsmannschaften sind, ist ein sehr gesundes Fundament, aber keines, das zum Ausruhen verleiten darf.
Die Zeiten der Nachwuchsausbildung sind schwerer geworden: Es gibt weniger Kinder, veränderte Rahmenbedingungen wie längere Schultage diktieren dem traditionellen Sportverein die Arbeit. Dem stellt sich der Tischtennis-TuS: Im November 2007 führte Manni Malta mit seinem Team erstmals ein Schnuppertraining an zwei Grundschulen durch. Inzwischen gehört diese Aktion mit ihrer jährlichen Wiederholung und ihrer Ausweitung auf drei Grundschulen sowie die Klassen eins bis drei zum festen Programm des Tischtennis-TuS. Die Folge: Die Turn- und Gymnastikhalle an der Kardinalstraße sind an jedem Trainingstag mehr als gut gefüllt, und neue hoffnungsvolle Talente schlagen auch schon auf.
Die Förderung des Tischtennis-Nachwuchses durch gezieltes Training kostet viel Geld (das zur Bezahlung von Spielern nicht ausgegeben wird). Dafür, dass als unverzichtbare Grundlage der sportlichen Erfolge genügend Geld zur Verfügung steht, zeichnet seit rund einem Jahrzehnt Carsten Becher verantwortlich. Und der hat mit acht Jahren beim TuS mit dem Tischtennisspielen angefangen – typisch für den Tischtennis-TuS.









