Sebastian Lenz ist Deutscher Tischtennis-Meister
- 08.06.2026
- Von: Tristan Heitger
Am Sonntag hat sich Sebastian Lenz einen großen Traum erfüllt. Bei den Deutschen Meisterschaften der Jungen 15 in Erfurt gewann der 14-jährige Tischtennis-Spieler des TuS Hiltrup überraschend die Einzelkonkurrenz.
Mit drei 3:0-Siegen hatte der an Drei gesetzte Hiltruper in der Gruppe keine Probleme. Am Schlusstag der TT-Finals bewies der TuS-ler in den entscheidenden Matches mehrmals Nerven wie Drahtseile. Im Achtelfinale gegen Boris Zheng (TTF Frankenthal) musste Sebastian nach einer 2:0-Satzführung im 5. Satz einen Matchball abwehren. Das gelang, den Satz gewann Lenz mit 12:10 und damit das Match.
Nach einem klaren 3:1-Sieg im Viertelfinale gegen seinen Doppelpartner Tim Toetz (SV Zörbig) traf Sebastian im Halbfinale wieder einmal auf Lukas Wang (1. FC Saarbrücken). Diesmal behielt der Hiltruper gegen den hoch aufgeschossenen Saarländer die Oberhand und zog so ins Endspiel ein. Das fand vor großem Publikum in der großen Messehalle statt. Gegner war der an Eins gesetzte haushohe Favorit Tien Nghia Phong (TTC Bietigheim-Bissingen). Satz eins 11:3 für Lenz (der erste überhaupt jemals für Lenz), die folgenden beiden Sätze für Phong, in Satz vier 8:2 für Phong. Lenz gab nicht auf, glich zum 8:8 aus, wehrte in der Folge fünf Matchbälle ab und gewann Durchgang vier mit 19:17(!). Die Blicke der Zuschauerinnen und Zuschauer in der vollen Messe Erfurt waren sogar vom Damen-Doppel-Finale am Nebentisch abgelenkt. Bis zum 8:8 ging es auch im Entscheidungssatz ausgeglichen zu. Dann drei relativ leichte Fehler des nervös werdenden Favoriten – Sieg für Lenz. Nach dem entscheidenden Ball sprang der Münsteraner auf den Tisch, bejubelte seinen Erfolg.
„Es fühlt sich einfach unglaublich geil an“, erklärte der strahlende Sieger. Sein Team, auch einige mit- und angereiste Hiltruper, haben ihn lautstark unterstützt, er dankte seinen Eltern und dem Trainerstab. Deutschlands Tischtennis-Legende hängte Sebi bei der Siegerehrung die Goldmedaille um den Hals und scherzte mit Blick auf den kühnen Sprung auf den Tisch: „So dynamisch möchte ich auch noch mal sein.“
Im ganzen Jubel um den 14-jährigen Lenz ging ein zweiter TuS-ler, der in Erfurt dabei war, ein wenig unter. Leon Mannefeld, der in diesem Jahr mit der 1. Mannschaft des TuS Hiltrup aufstieg und drei Wochen zuvor auch schon dem Team des TuS Hiltrup bei den Deutschen Pokalmeisterschaften angehört hatte, durfte bei den Deutschen Meisterschaften der Leistungsklassen mitspielen. Nach Andreas Schimp im Vorjahr hatte sich also erneut ein Hiltruper für die besten 32 Spieler in der Klasse bis 1600 Punkte qualifiziert. Und auch Mannefeld stellte gute Nerven unter Beweis. Mit 3:2 und 3:1 gewann er seine ersten beiden Vorrundenspiele – das reichte schon für die K.O.-Runde. Und in der gab´s den nächsten 3:2-Sieg. Der 19-jährige stand im Viertelfinale, ein Sieg fehlte bis zur DM-Medaille. Doch die blieb Leon verwehrt – 2:3 gegen Thomas Picard (TGS Hausen). Nach seinem Ausscheiden war Mannefeld dann aber Zeuge des großen Triumphes von Sebastian Lenz.
Text: Ralf Brameier
Fotos: Oliver Petri



















